Newsletter 3/2026
Aus dem Arbeitskreis Frauengesundheit e.V.
Kommende Veranstaltungen
Save the Date AKF-Mitgliederversammlung und Vorstandswahl, Freitag, 6.11.2026, Bielefeld.
Wahlaufruf: Der AKF hat in den letzten Jahren viel erreicht: Wir sind oft angefragt, gehört und zitiert worden und konnten die Gesundheitspolitik und -versorgung im Sinne der Frauen positiv beeinflussen.
Der AKF, das sind neben dem Vorstand, auch die zahlreichen weiteren aktiven AKF-Frauen. Nun stehen turnusgemäß wieder Vorstandswahlen an und wir – als Wahlausschuss – rufen alle Mitglieder zu Interessensbekundungen und Kandidaturen auf. Dies bezieht sich grundsätzlich auf alle Vorstandsämter. Erfreulicherweise wollen einige der amtierenden Vorstandsfrauen erneut kandidieren, was eine hilfreiche Voraussetzung für einen guten Übergang in die neue Vorstandsperiode darstellt. Nähere Informationen.
Save the Date AKF-Jahrestagung 2026, Frauengesundheit zwischen Pathologisierung und Medical Gaslighting, Wissen – Macht – Kommunikation, Samstag und Sonntag, 7.-8.11.2026, Bielefeld.
Die Vorbereitungsgruppe: Iris Hahn, Johanna Budke, Susann Conrad und Barbara Blomeier
Aktivitäten
Der AKF ist intensiv in den Dialogprozess Wechseljahre des Bundesministeriums für Gesundheit eingebunden. Wir haben mitgearbeitet in den AGs zu Forschung, Versorgung, Arbeitswelt und Information. Auch an der Auswahl der zu fördernden Forschungsprojekte zu Frauengesundheit sind wir als Vertretung der Zivilgesellschaft einbezogen. Wir bringen dabei immer die Aspekte von Gendergerechtigkeit und Evidenz ein ebenso die Aspekte von Medikalisierung, Pathologisierung und Gaslighting und sind dafür sehr geschätzt. Der Gesundheitsministerin konnten wir uns in einem persönlichen Gespräch vorstellen und sprachen aktuelle brisante Themen an. Ansprechpartnerin: Silke Koppermann.
Aktuell arbeiten Mitglieder als Vertreterinnen des AKF an verschiedenen medizinischen Leitlinien mit. Einige der Leitlinien sollen Ende Mai, bzw. im Juni, 2026 fertiggestellt sein. Wann die angemeldeten Leitlinien starten, ist noch unklar. Über diesen Link sind die aktuellsten Infos und die Beteiligungen des AKF einzusehen. Herzlichen Dank, dass Ihr als Vertreterinnen des AKF Eure Kompetenz, Expertise, Zeit und Engagement in diese freiwillige Arbeit einbringt. Ihr verbessert wirksam die gesundheitliche Versorgung von Frauen!
- S3-Leitlinie Hormonelle Empfängnisverhütung
- S3-Leitlinie Schwangerenvorsorge bei unkomplizierter Schwangerschaft
- S3-Leitlinie Die Betreuung von Mutter und Kind im Wochenbett
- S3-Leitlinie PERIpartale TRAUMAtisierung – Prophylaxe, Diagnostik und Therapie (PERITRAUMA) (angemeldet)
- S3-Leitlinie Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimenon
- S3-Leitlinie Die vaginale Geburt am Termin (Überarbeitung)
- S3-Leitlinie Die Section caesarea (in Überarbeitung)
- S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie vor einer assistierten reproduktionsmedizinischen Behandlung (ART) (angemeldet)
- S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie von Frauen mit wiederholten Spontanaborten
- S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms
Frey, Carina: Gynäkologin kritisiert: „Es passiert gerade so viel Unseriöses“. Frauen in den Wechseljahren werden noch immer nicht zuverlässig informiert, kritisiert die langjährige Vorsitzende des Arbeitskreises Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft, Maria Beckermann. Sie arbeitete an der ärztlichen Leitlinie zur Peri- und Menopause mit und schrieb ein Buch zu den Wechseljahren. Eigentlich wollte sie sich nicht mehr mit dem Thema beschäftigen. „Aber es passiert gerade so viel Unseriöses, da gelingt mir das nicht gut“, sagt sie. Ein Interview über falsche Ängste, fehlende Aufklärung und überholte Frauenbilder (2.4.2026).
Am 20.6.2026 ist die Mitgliederversammlung des Deutschen Frauenrates. Der AKF reichte sieben Anträge (mit)ein. Unter anderem zum NIPT-Monitoring, zur Legalisierung von Eizellspende, Einrichtung eines Geburtenregisters, faire Vergütung der sprechenden Medizin und Ausrichtung der Gesundheitsreform an Evidenz und Prävention.
Unsere Vorsitzende, Juliane Sim, nahm Kontakt zum Verein feministische Medizin auf. Der Verein engagiert sich seit circa 6 Jahren für Antidiskriminierung und Gleichberechtigung aller Menschen innerhalb der Medizin und des Gesundheitssystems. Sie und wir haben großes Interesse an einer Zusammenarbeit.
Grundlagenwissen zur allgemeinen Versorgung von inter* und trans Menschen. Eine Arbeitsgruppe der Fachhochschule Angewandte Sozialwissenschaften, Dortmund, entwickelte unter Federführung von Gabriele Dennert eine sehr empfehlenswerte, kostenfreie Lernplattform, die das Bundesministerium für Gesundheit finanziell förderte. Sie vermittelt in Lernmodulen gut verständlich Grundlagenwissen, das wir in Medizin, Pflege oder Psychotherapie brauchen, um inter* und trans Menschen angemessen zu versorgen. Anfang 2027 planen wir eine Online-Veranstaltung mit Gabriele Dennert zu InTraHealth. Informationen folgen.
Die Stadt Wuppertal zeichnete drei Frauen als Frau mit Profil aus. Eine von ihnen ist unser AKF Mitglied und frühere Vorsitzende Dagmar Hertle. Herzlichen Glückwunsch, liebe Dagmar. Dagmar Hertle wird als engagierte Vorkämpferin für die Gleichstellung und Sichtbarkeit von Frauen in Medizin und Gesellschaft geehrt. Als Fachärztin für Innere Medizin, Psychotherapie und ärztliches Qualitätsmanagement sammelte sie Erfahrungen in einem männerdominierten Umfeld und setzte sich früh für Frauengesundheit und Gleichberechtigung ein, u. a. im Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. und in der CEDAW-Allianz.
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In eigener Sache: Die Politik diskutiert gerade viele Sparmaßnahmen für das Gesundheitswesen und die Pflege. Wir als AKF wollen uns aktiv an der Diskussion beteiligen, Stellungnahmen erarbeiten etc. Wer von Euch möchte sich einzubringen und mitarbeiten? Bei Interesse gerne einfach eine Mail an buero@akf-info.de.
Eine von uns… aus unseren Mitgliedsorganisationen
Medica mondiale e.V.: Frauengesundheit heißt ganzheitliche, sichere und würdige Versorgung. Pressemitteilung zum Internationalen Tag der Frauengesundheit (28.5.2026).
Doctors for Choice Germany: Alli App nun auch auf Englisch verfügbar. Die App dient als Wegbegleiter bei der medikamentösen Schwangerschaftsbeendigung. Sie wurde im ersten Jahr bereits von 6000 Menschen genutzt. Die App begleitet Personen mit einer ungewollten oder gestörten Frühschwangerschaft durch den gesamten Prozess der medikamentösen Schwangerschaftsbeendigung.
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Gesundheitsinformation und Patientinnenberatung
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gesundheitsinformation.de: Fruchtbarkeitsstörungen. Ungewollt kinderlos zu sein, ist für die meisten Betroffenen sehr belastend: Ein (weiteres) Kind zu bekommen, gehört zum Lebensplan vieler Menschen selbstverständlich dazu. Wenn sich ihr Kinderwunsch nicht erfüllt, suchen viele Paare irgendwann medizinische Hilfe (16.4.2026).
gesundheitsinformation.de: Wenn das Baby auf sich warten lässt: Wann die Geburt einleiten? Nur wenige Kinder kommen genau am errechneten Geburtstermin zur Welt. Ist der Termin überschritten und geht es der Schwangeren und dem Kind gut, können sie weiter abwarten. Dennoch wächst oft die Ungeduld: Wann geht es endlich los? Vielleicht fragen sich werdende Eltern, wann es sinnvoll ist, die Geburt einzuleiten (16.4.2026).
gesundheitsinformation.de: Mit Geburtsschmerzen umgehen (1.4.2026).
gesundheitsinformation.de: Vulvodynie: Welche nicht medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten helfen? Betroffene könnten von extrakorporaler Stoßwellentherapie, Physiotherapie oder Online-Akzeptanz- und Commitmenttherapie profitieren (5.12.2025).
gesundheitsinformation.de: Eierstockzysten (Ovarialzysten) (16.4.2026).
Jordan, Susanne; Löbl, Simon: Die allgemeine Gesundheitskompetenz Erwachsener in Deutschland. Ergebnisse des Panels Gesundheit in Deutschland 2024. Journal of Health Monitoring, Robert Koch-Institut, Fact Sheet.
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Reproduktive Gesundheit
„Hauptsache, du kriegst kein Kind“. Sterilisation von Menschen mit Behinderungen, andererseits.org. Menschen mit Behinderungen werden in Deutschland und Österreich manchmal noch immer sterilisiert, ohne dass sie das selbstbestimmt entscheiden. Das zeigt der Film der inklusiven Redaktion Andererseits. Dafür haben sie die bisher umfassendste Recherche zu Sterilisation und Verhütung von Menschen mit Lern-Schwierigkeiten im deutschsprachigen Raum gemacht. Video (o.D.).
Hertle, Dagmar; Wende, Danny: Nicht invasive Pränataltests auf Trisomien – Erste Zahlen zur Inanspruchnahme des nicht invasiven Pränataltests auf Trisomie 13, 18 und 21 (NIPT). Barmer Institut für Gesundheitssystemforschung (bifg). Seit dem 1.7.2022 ist der nicht invasive Pränataltest für Frauen* auf die Trisomien 13, 18 und 21 (NIPT) Teil des Leistungskatalogs der Krankenkassen. Das bifg untersuchte nun erstmals die Inanspruchnahme. Siehe auch Deutsches Ärzteblatt International 2026; 123: 248-9 (30.3.2026).
Richter-Kuhlmann, Eva: Nichtinvasive Pränataltests: Konzentrierte Debatte um Monitoring. Deutsches Ärzteblatt. Abgeordnete von Union, SPD, Grünen und Linken befürchten, dass die nichtinvasiven Pränataltests (NIPT) auf Trisomien zur Norm werden, und wollen die Folgen der Kassenzulassung systematisch monitoren lassen. Ihr interfraktioneller Antrag wurde jetzt im Bundestag diskutiert (3.4.2026).
Deutsches Ärzteblatt: Abstimmung über Monitoring nicht invasiver Pränataltests für Juni geplant. Der Gesundheitsausschuss des Bundestags befasste sich am 6.5.2026 mit einem fraktionsübergreifenden Antrag zum Monitoring der Folgen der Kassenzulassung nicht-invasiver Pränataltests (NIPT). Im Juni soll die abschließende Beratung und Abstimmung im Parlament stattfinden (7.5.2026).
Deutsches Ärzteblatt: Weltweite Müttersterblichkeit rückläufig, Nachhaltigkeitsziel nicht erreicht. Die Müttersterblichkeit ist in den vergangenen 3 Jahrzehnten weltweit zurückgegangen. Diese Tendenz ergibt sich aus der systematischen Analyse für die Global Burden of Disease Study 2023 für den Zeitraum von 1990 bis 2023, The Lancet Obstetrics, Gynaecology & Women’s Health 2026 (28.4.2026).
DESTATIS, Statistisches Bundesamt: Zahl der Geburten sinkt im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand der Nachkriegszeit. Rund 654.300 Geburten in Deutschland im Jahr 2025. Pressemitteilung. Geburtendefizit erreicht mit rund 352.000 weniger Geburten als Sterbefällen neuen Höchststand. Geburtenrückgang im Osten weiterhin stärker als im Westen (28.4.2026).
DESTATIS, Statistisches Bundesamt: Kaiserschnittrate im Jahr 2024 mit 33 Prozent auf Höchststand. Deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern. Die Kaiserschnittrate erreichte den höchsten Wert seit der deutschen Vereinigung.
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Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH): Neue NZFH-Studien zeigen: Willkommensbesuche helfen Familien von Anfang an (15.4.2026).
Gemeinsamer Bundesausschuss GB-A: Das Projekt NEO-MILK trug dazu bei, den Zugang von Frühgeborenen zu Muttermilch (und falls das nicht möglich ist, zu Spenderinnenmilch) standortbezogen dauerhaft zu verbessern. An neun der 15 Studienkliniken konnten sogenannte Humanmilchbanken etabliert werden. Zudem steht das entwickelte Informations- und Schulungsmaterial für eine strukturierte Still- und Milchbildungsförderung für alle Interessierten auf der Projektwebsite frei zur Verfügung. Pressemitteilung (22.5.2026).
DESTATIS, Statistisches Bundesamt: Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2025 leicht gesunken. Pressemitteilung. Rund 106 000 Schwangerschaftsabbrüche (-0,7 Prozent zum Vorjahr). Mifegyne ist nun häufigste Abbruchmethode in Deutschland. Im Zehnjahresvergleich deutlich weniger Schwangerschaftsabbrüche in jüngeren Altersgruppen und mehr Abbrüche bei Frauen ab 30 Jahren (28.4.2026).
Deutscher Bundestag: Versorgungslage bei Schwangerschaftsabbrüchen. Parlamentsnachrichten. Ärzte, Juristen und kirchliche Krankenhausträger befassten sich mit der Versorgungslage bei Schwangerschaftsabbrüchen und kamen dabei zu teils gegensätzlichen Einschätzungen. Die Expert*innen äußerten sich in einer Anhörung des Gesundheitsausschusses zu einem Antrag der Grünen-Fraktion (21/3909) sowie in schriftlichen Stellungnahmen (15.4.2026).
Torenz, Rona; Wieners, Karin; Schneider, Christina: Arbeitshilfe Schwangerschaftsabbruch mit kriminologischer Indikation bei Betroffenen ab 18 Jahren. Runder Tisch Berlin – Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt (RTB) (4.2026).
Koopmann, Christoph: Schwangerschaftsabbruch: Darf ein einzelner Arzt entscheiden, ob eine Klinik Abtreibungen anbietet? Süddeutsche Zeitung. An der Uniklinik Essen gibt es keine Schwangerschaftsabbrüche, weil der Chef der Gynäkologie diese ablehnt. Aber kann ein einzelner Chefarzt entscheiden, dass ein Krankenhaus Abtreibungen verweigert? Und das in einer Uniklinik, die vom Bundesland und den Krankenkassen finanziert wird?
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International Federation of Gynaecology and Obstetrics (FIGO) -International Confederation of Midwives (ICM): Joint Statement on Comprehensive Abortion Care. Die Internationale Vereinigung von Gynäkologie und Geburtshilfe und die Internationale Vereinigung der Hebammen bestätigten in einer gemeinsamen Erklärung, dass eine umfassende Versorgung rund um den Schwangerschaftsabbruch (Comprehensive Abortion Care, CAC) zur essentiellen Gesundheitsversorgung gehört und ein Kernelement der universellen Gesundheitsversorgung darstellt (26.3.2026).
Stadtlich, Sinje: Die Lebensschützer. Wie radikale Christen die Politik beeinflussen. In den USA feiern Abtreibungsgegner unter Präsident Donald Trump große Erfolge. Auch in Deutschland versuchen radikale christliche Gruppen, politisch Einfluss zu nehmen – nicht nur in der Abtreibungsfrage. Deutschlandfunk, 20,37 Min. (1.4.2026).
Brunzel, Christine; Götz, Michael: Kulturkampf (4/4): Abtreibung – Warum der Streit nie endet. Geschichtspodcast von Frankfurter Allgemeine Zeitung und Konrad-Adenauer-Stiftung – Folge #4. Als im Juni 1971 im Magazin Stern 374 Frauen öffentlich bekennen „Wir haben abgetrieben“, bricht ein gesellschaftliches Tabu. Die Aktion, inspiriert vom französischen Manifest der 343, löst eine beispiellose politische und juristische Auseinandersetzung über den Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen aus. Sie markiert den Beginn einer neuen Frauenbewegung und eines Konflikts, der bis heute anhält. Mit Interviews mit Anna Bergmann, Alice Schwarzer und Annegret Kamp-Karrenbauer (26.2.2026).
Peteranderl, Sonja: Perioden-Tracking als Politikum. Warum Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks gefährlich sind. Blätter für deutsche und internationale Politik. Technologien für Frauengesundheit wie Apps, die Menstruationszyklen aufzeichnen, boomen. Doch in einer Zeit, in der Frauenkörper zunehmend durch rechtsextreme Kräfte vereinnahmt werden, ist ihre Nutzung riskant (5/2026).
Teede, Helena J. et al.: Polyendocrine metabolic ovarian syndrome, the new name for polycystic ovary syndrome: a multistep global consensus process. The Lancet (12.5.2026).
Fuchs, Hannah: Klitoris-Anatomie. Neue Studie zeigt vernachlässigtes Organ. Deutsche Welle. Hochauflösende Bilder machen das komplexe Nervennetz der Klitoris sichtbar. Und sie machen deutlich, wie groß die Wissenslücken in der Medizin, insbesondere bei Frauengesundheit, bis heute sind (15.4.2026).
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: Erstmals Nervenbahn der Klitoris detailliert dargestellt. Der Aufbau der menschlichen Klitoris ist trotz erster Forschungserfolge noch weitgehend unbekannt. Eine Studie stellt nun die Nervenarchitektur detailliert dar. Die Ergebnisse könnten künftig wegweisend für die Rekonstruktion nach weiblicher Genitalverstümmelung oder bei geschlechtsangleichenden Operationen sein. Wolf-Vollenbröker, Michael; Piermeier, Lea et al.: Ramification of the dorsal clitoral nerve along its course on the human clitoris. Folia Morphologica (3.4.2026).
Freiburger Zentrum für Frauen mit Genitalbeschneidung, Universitätsfrauenklinik Freiburg: FGM/C erkennen, beraten, behandeln. Modulares E-Learning für medizinische Fachkräfte. Mit Fokus auf Diagnostik, Therapie, Kommunikation, Prävention, Baden-Württemberg, Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration (15.4.2026).
Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Niedersachsen (LVG & AFS Nds. HB e. V.): Psychische Gesundheit rund um die Geburt – Ein Thema, das wir endlich ernst nehmen müssen, Mittwoch, 24.6.2026, 15.30-18.15 Uhr, digitales Format.
Pro familia: Auswirkungen von FGM_C auf Sexualität und Schwangerschaft. Aufgaben für die Schwangerschaftsberatung im Kontext sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte. Donnerstag, 25.6.2026, 11:30-13 Uhr, Fachgespräch (online). Programm und Anmeldung.
Pflege
Informationsdienst Wissenschaft, WIdOmonitor zu pflegenden Angehörigen: Pflegeverantwortung führt oft zur Reduzierung von Erwerbsarbeit. Wissenschaftliches Institut der AOK. Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist für die Gruppe der pflegenden Angehörigen in Deutschland eine der zentralen Herausforderungen: Das zeigt die nach Pflegegraden repräsentative forsa-Umfrage, Zur Lage pflegender Angehöriger, unter rund 1.500 pflegenden Angehörigen (11.5.2026).
Gesundheit und Gesellschaft
Ginsburg, Ophira; Özdemir, Berna C. et al.: The importance of studying sex and gender in cancer research. Why and how. Cancer, Interdisciplinary International Journal of the American Cancer Society. Using the terms sex and gender interchangeably, or neglecting gender altogether, can obscure key factors influencing disease risk and outcome. This commentary offers guidance to help researchers and reviewers when using these terms to improve rigor and transparency (7.5.2026).
Tannenbaum, Cara: Women Are Not Just Small Men. Why Clinical Trials Need to Catch Up. Clinical Trials Ontario. Most of us assume a simple thing: when a medication is approved, it’s been tested properly on everyone who might take it. Men and women alike. Young and old. Seems obvious, right? (6.3.2026).
Horton, Richard: Ten lessons for women’s and children’s health. Kommentar. The Lancet 407, 10540, S.1668 (2.5.2026).
Technische Universität Graz: Frauen haben bei Autounfällen ein 60 Prozent höheres Verletzungsrisiko als Männer. Eine vom Österreichischen Verkehrssicherheitsfonds finanzierte Studie zeigt, dass Frauen im Vergleich zu Männern ein um 60 Prozent höheres Verletzungsrisiko bei Autounfällen haben. Besonders gilt das für Beifahrerinnen und ältere Frauen (29.4.2026).
Techniker Krankenkasse-Umfrage: Männer gehen in Notaufnahme, Frauen warten auf den nächsten Arzttermin. Pressemitteilung. 34 Prozent der Menschen gingen in den letzten drei Jahren bei plötzlichen Gesundheitsbeschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten in die Notaufnahme – Männer (42 Prozent) deutlich häufiger als Frauen (28 Prozent). Einen Krankenwagen über die 112 haben 20 Prozent der Menschen mit plötzlichen Gesundheitsbeschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten gerufen. Frauen entschieden sich häufiger als Männer dafür, im Krankheitsfall erst mal abzuwarten, 22 Prozent vs. 12 Prozent (22.4.2026).
Deutsches Institut für Menschenrechte: Die UN-Behindertenkonvention in den Kommunen umsetzen. Handlungsmöglichkeiten für Akteure in Bund, Ländern und Kommunen (März 2026).
Vana, Irina; Rohrauer-Näf Gerlinde: Körperbilder und psychosoziale Gesundheit junger Menschen. Ergebnisse des Panels Gesundheitsförderung. Factsheet. Gesundheit Österreich, Wien (2026).
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit: Körperliche Aktivität kann Folgen von Kindheitstrauma abmildern. Die Ergebnisse der in Biological Psychiatry, Cognitive Neuroscience and Neuroimaging veröffentlichten Studie liefern Hinweise darauf, dass die neurobiologischen Folgen früher Belastungen veränderbar bleiben und Faktoren wie körperliche Aktivität mit größerer psychischer Widerstandskraft verbunden sein könnten (20.5.2026).
Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie: S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung. AWMF-Register Nr. 155/ 001 (27.2.2026).
Meyer-Herrmann, Julia: Digitale Helfer für die mentale Gesundheit. Smart Watches, Apps und Chatbots. Max-Planck-Gesellschaft. Digitale Tools sollen eine Lücke füllen, die seit Jahren größer wird: zu wenig Therapieplätze, zu viele Menschen mit psychischen Erkrankungen, zu viel Zeit zwischen den Sitzungen. Doch Apps, Wearables und Sprachmodelle unterscheiden sich untereinander in Funktion, Nutzen und Risiko grundlegend. Was wirkt und was ist sicher? (23. 3.2026).
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V. (DEGAM): Keine Überdiagnostik bei Schilddrüsenknoten! Neue S3-Leitlinie: Schilddrüsenknoten bei Erwachsenen. Pressemitteilung. Die Zahl der entdeckten asymptomatischen Schilddrüsenknoten ist in den vergangenen Jahren gestiegen. „Wir haben uns in der Medizin angewöhnt, alles an Diagnostik zu machen, was möglich ist. Dabei ist es längst überfällig, dass wir stärker über den tatsächlichen Nutzen von diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen nachdenken“, erläutert Eva Hummers, Präsidentin der DEGAM.
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Biddle, Louise; Marchitto, Andrea; Sommer, Elena: Gesundheitssystem bleibt für Geflüchtete in den ersten Jahren nach Ankunft schwer zugänglich. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., DIW Wochenbericht 22, 2026, S. 331-337. Nach ihrer Ankunft in Deutschland weisen viele Geflüchtete einen erhöhten medizinischen Versorgungsbedarf auf.
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Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR): Jung und gesund – alt und krank? Wie Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland ihre Gesundheit einschätzen. Daten aus dem SVR-Integrationsbarometer 2024 zeigen: Zugewanderte und ihre Nachkommen schätzen ihre Gesundheit danach insgesamt besser ein als die Vergleichsgruppe Menschen ohne Migrationshintergrund; im höheren Alter ist es dagegen umgekehrt. Das hängt vor allem mit sozioökonomischen Faktoren zusammen, aber auch mit Diskriminierungserfahrungen (24.3.2026).
Schoberer, Daniela; Möhler, Ralph: Sensoren zur Sturzprävention und Sturzerkennung. Wie viel Evidenz steckt dahinter? Aus dem Netzwerk Evidenzbasierte Medizin, kvh journal (5, 2026).
Caliskan, Miray; Ghafoor, Farangies: Frauengesundheit, in Männerhänden: Werden Frauenärztinnen in ihrem eigenen Verband abgestraft? Der Tagesspiegel. Die allermeisten Frauenärzte in Deutschland sind Frauen. An der Spitze ihres Berufsverbandes stand in 74 Jahren trotzdem keine. Wer das öffentlich kritisiert, muss mit Folgen rechnen (13.5.2026).
Deutschlandfunk. Wie rechte Netzwerke das Familienrecht unterwandern. Die Entfremdungs-Lüge. Immer öfter verlieren Mütter das Sorgerecht für ihre Kinder- selbst wenn der Vater gewalttätig ist. Der Vorwurf der Entfremdung – das sogenannte Parental-Alienation-Syndrom (PAS) ist zu einem schlagkräftigen Instrument an Familiengerichten geworden (3.3.2026).
Theissl, Brigitte; Susemichel, Lea: „Die größte Gefahr ist das Schweigen“. an.schläge. Das feministische Magazin. Wer rechtsextreme Politik und Gewalt verhindern will, muss den Frauenhass im Blick haben, der ihnen zugrunde liegt – Interview mit der Extremismusforscherin, der US-Soziologin Cynthia Miller-Idriss. Inwiefern gefährdet Misogynie die Demokratie und wie es sich an in einem Land zu leben, in dem das Frauenwahlrecht plötzlich offen infrage gestellt wird? (2026).
ZDF: Die Prostitutionsanstalt. Wo hört die sexuelle Selbstbestimmung auf, wo fängt die Zwangsprostitution an? Reichen Reformen oder muss ein Sexkaufverbot her? Und warum redet eigentlich niemand über die Freier? Die Anstalt, Satire Show. In dieser Ausgabe beleuchtet die Anstalt das kontroverse Thema der käuflichen Liebe und die Rolle von S*x-Work in der Gesellschaft. Mit Faktencheck zur Sendung (28 Seiten) (28.4.2026).
Der Paritätische Gesamtverband: Armut in Deutschland. Armutsbericht (2.6.2026).
Massé Oliver; Mercurio, Claudia M; Dupuis, Sébastien, et al.: Calcium, vitamin D, or combined supplementation to prevent fractures and falls. Systematic review and meta-analysis. British Medical Journal. Based on absolute risk reductions and thresholds considered clinically meaningful, this review found little to no benefits from use of calcium, vitamin D, or combined supplementation on the prevention of fractures and falls. Geschlechterspezifisch analysiert (20.5.2026).
Internationale Frauengesundheit
Guerma, Teguest: Investing in Midwives is Essential to Improve Sexual and Reproductive Health. Health Policy Watch. The International Day of the Midwife (May 5) reminds us that safe birth is not a stand-alone event, but part of the broader continuum of sexual and reproductive health and rights. Most maternal deaths occur during labour, birth, or shortly after birth. Nearly 290.000 women died during and following pregnancy and childbirth in 2020, with 95 Prozent of these deaths occurring in low- and lower-middle-income countries (5.5.2026).
United Kingdom, Department of Health and Social Care: The Renewed Women’s Health Strategy for England. Der britische Staatssekretär für Gesundheit und soziale Versorgung schreibt im ersten Satz des Vorworts: „The NHS (National Health Service) has a problem with basic, everyday sexism and an appalling culture of medical misogyny.“ Das soll geändert werden (15.4.2026).
Hyland, Jackie: What would it take for the NHS to treat violence against women and girls as a public health emergency? The King`s Fund. One in three women and girls in the UK experience physical or sexual violence during their lifetime. The NHS has more contact with victims and perpetrators than any other public service. Yet the uncomfortable truth is that many women and girls who seek help from the health service do not receive the right support. The government and expert organisations supporting victims and survivors say there should be no wrong front door for those seeking help. In reality, it can feel like there is no right door (19.5.2026).
Opletal-Lang, Katharina: Wie Spanien Frauen vor Gewalt schützt und gegen Deepfakes vorgeht (12.5.2026).
Savin, Jennifer: It’s official. No woman in England or Wales can be prosecuted for an abortion any more. Decriminalisation explained (and no, this does *not* mean, ‚abortion is now legal up until birth‘). Jetzt ist es offiziell. Keine Frau in England kann mehr für einen Schwangerschaftsabbruch strafrechtlich verfolgt werden. Gesetze von 1861 und von 1929 werden abgeschafft. In den letzten Jahren wurden Frauen verstärkt angezeigt. Fachverbände der Gynäkologie und Geburtshilfe wie auch viele Frauenrechtsorganisationen hatten eine Änderung des Strafrechts verlangt, und nun erreicht (29.4.2026). siehe auch Niederdorfer, Luca: Besser geht doch. Moment Magazin (5.5.2026).
Women on Waves brachte verschiedene Schlüsselsafes auf Malta und Gozo an. Die Safes enthalten Gesundheitsinformationen und Abtreibungspillen. Women on Waves macht mit dieser Aktion darauf aufmerksam, dass die Menschenrechte von Frauen verletzt werden, wenn sie sich nicht frei und informiert für oder gegen eine Schwangerschaft entscheiden können. Die Enthüllung der Safes findet zur gleichen Zeit statt wie die Malta Kunst Biennale, an der Women on Waves mit einer Installation im Malta Maritime Museum teilnimmt. Die Weltgesundheitsorganisation wie auch die Internationale Vereinigung für Gynäkologie und Geburtshilfe unterstützen den Gebrauch von Telemedizin wie auch selbst durchgeführte Schwangerschaftsabbrüche. Sie werden als sicher und effektiv angesehen (15.4.2026).
Pupli, Anna Sarah: Laut Peter Magyar ist das Thema Abtreibung in Ordnung. Ist das wirklich so? . Bisher ist nur der operative Schwangerschaftsabbruch in Ungarn bis zur 12. Schwangerschaftswoche erlaubt, allerdings nur nach zwei verpflichtenden Beratungen, der Notwendigkeit, den „Herzschlag“ des Embryos zu hören und mit sehr erschwertem Zugang.
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Gegen Gewalt an Frauen
Frauengesundheit in der Entwicklungszusammenarbeit/Tropengynäkologie (AG FIDE) e. V.: Lernplattform Weibliche Genitalverstümmelung/-beschneidung (Female Genital Mutilation/Cutting – FGM/C) erkennen, beraten und behandeln. Modulares E-Learning für medizinische Fachkräfte. Mit Fokus auf Diagnostik, Therapie, Kommunikation und Prävention. Aktuelle Schätzungen gehen von rund 123.000 betroffenen oder bedrohten Frauen und Mädchen in Deutschland aus*. Gleichzeitig ist das Thema bislang nicht flächendeckend im medizinischen Ausbildungs- und Versorgungsalltag verankert, sodass im klinischen Umgang häufig Unsicherheiten bestehen.
Deutsches Institut für Menschenrechte: Digitale Gewalt gegen Frauen. Bedarf an Handlungen statt Zuspitzungen. Meldung. Digitale geschlechtsspezifische Gewalt ist ein massiv wachsendes gesellschaftliches Problem mit schwerwiegenden Folgen – auch für die Demokratie. Zu dieser Gewalt zählen unter anderem Bedrohungen im Netz, Cyberstalking oder die nicht einvernehmliche Verbreitung intimer Inhalte online (31.3.2026).
Rebmann, Florian; Maier, Sabine Patricia et al.: Femizide in Deutschland. Eine empirisch-kriminologische Untersuchung zur Tötung an Frauen. Verbundforschungsprojekt des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e. V. Tötung am Ende einer Partnerschaft häufigste Art des Femizids – Verstärkte Präventionsbemühungen könnten Femizide verhindern helfen – Einführung eines German Homicide Monitor gefordert (20.11.2025).
Dinger, Luise; Schäfer-Pels, Alina; Scharmanski, Sara: Sexualisierte Gewalterfahrungen, Bystander-Perspektiven und Disclosure junger Menschen – Ergebnisse aus der 10. Welle der Jugendsexualitätsstudie. Bundesgesundheitsblatt (27.3.2026).
Schallner, Berit: Alltäglicher Schrecken: der feministische Kampf gegen sexualisierte Gewalt in der Kindheit. Digitales Deutsches Frauenarchiv. Die autonome Frauenbewegung war entscheidend an der Aufklärung über sexualisierten Missbrauch von und Gewalt an Kindern beteiligt. Zahlreiche ihrer Aktivistinnen gehörten zu den Pionierinnen neuer Konzepte des Opferschutzes und des Aufbaus von Anlaufstellen für Betroffene (20.5.2026).
Und zum Schluss…
Erinnerung an Norma Meras Swenson
Norma Meras Swenson starb am 11.5.2025 im Alter von 93 Jahren. Sie war die Mitgründerin des Boston Womens’ Health Book Collective, dass das auf den Erfahrungen von Frauen beruhende Buch Unser Körper, unser Leben erstmals 1970 herausgab und damit die US-amerikanische wie internationale Frauengesundheitsbewegung anstieß. Sie setzten durch, dass Frauen, nicht Ärzte, die Expertinnen ihres Körper sind.
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