Mammographie-Screening-Programm: AKF begrüßt verbesserte Entscheidungsfindung

Bei der Entscheidung für oder gegen die Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm brauchen Frauen gute Gesundheitsinformationen, die zutreffend, verständlich und ausgewogen Nutzen und Schaden darstellen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitsweisen (IQWiG) hat deswegen ein neues Einladungsschreibung entwickelt. Es soll ab 1. Juli 2016 verschickt werden. Das Merkblatt „Information zum Mammographie-Screening“ wurde bereits aktualisiert. Eine zusätzliche Entscheidungshilfe befindet sich zurzeit noch in der Entwicklung.[1]

Zusätzliches Beratungsangebot

Die Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm ist freiwillig. Dem Einladungsschreiben mit Vorschlag für den Untersuchungstermin liegt das Merkblatt „Informationen zum Mammographie-Screening“ bei, in dem auch Angaben zu den möglichen Vorteilen und Nachteilen einer Teilnahme enthalten sind. Neu: Frauen können jetzt bei Beratungsbedarf zudem einen Termin für ein persönliches Aufklärungsgespräch vereinbaren.

In den neuen Informationsmaterialien zum Mammographie-Screening und mit dem zusätzlichen Beratungsangebot geht es grundsätzlich nicht um die Förderung der Motivation für eine Teilnahme am Mammographie-Screening. Vielmehr sollen Frauen sich gut informiert selbst entscheiden können – für oder auch gegen das Mammographie-Screening. Damit gibt es auch einen neuen Indikator für den Erfolg des Mammografie Screenings: nicht mehr eine hohe Teilnahmerate, sondern eine hohe Rate an informierten Entscheidungen.

Auch die neue Beratung ist freiwillig. Das Angebot entspricht dem Informationsbedarf vieler Frauen im Zusammenhang mit einer medizinischen Untersuchung, die weitreichende Folgen haben kann.

Qualitätskriterium: Informierte Entscheidung im Mammographie-Screening

Vor dem Hintergrund der Verbesserungen des Mammographie-Screening-Programms wird in Medien darüber berichtet „dass viele Frauen künftig wegen des doppelten Aufwandes sowohl auf die Aufklärung als auch auf die Vorsorgeuntersuchung verzichten werden“. Von „neuen Hürden beim Screening“ ist die Rede, „Frauen müssten ab Juli mit Mehraufwand rechnen“.[2]

Natürlich können verbesserte Informationen und Beratung im Mammographie-Screening auch die Teilnehmerinnenrate beeinflussen. Doch Prognosen über die Auswirkungen der aktuellen Änderungen sind zum jetzigen Zeitpunkt spekulativ.

Der Arbeitskreis Frauengesundheit begrüßt ausdrücklich, dass die informierte Entscheidung von Frauen im Zusammenhang mit dem Mammographie-Screening nun im Vordergrund steht. Dies steht im Einklang mit dem Ziel der informierten partizipatorischen Entscheidungsfindung, die auch im Nationalen Krebsplan bereits höher bewertet wird als eine Maximierung der Teilnahmerate.[3],[4] 

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Mammographie-Screening-Programm: AKF begrüßt verbesserte Entscheidungsfindung (pdf)

Mehr zum Thema

Merkblatt Informationen zum Mammographie-Screening
Stichwort Mammographie

[1] Mammografie-Screening: IQWiG legt Entwurf für Entscheidungshilfe vor, s. https://www.iqwig.de/de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen/mammografie-screening-iqwig-legt-entwurf-fur-entscheidungshilfe-vor.7196.html
[2] Schweriner Volkszeitung 24.6.2016. Gesundheit MV : Brustkrebs: Neue Hürden bei Screening. Frauen müssen ab Juli mit Mehraufwand rechnenhttps://www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/brustkrebs-neue-huerden-bei-screening-id14077051.html
[3] Richter-Kuhlmann, E. Nationaler Krebsplan – Perspektivenwechsel Patient, Dtsch Arztebl 2015; 112(11): A-456 / B-390 / C-382
[4] Gigerenzer, Gerd: Towards a paradigm shift in cancer screening. Informed citizens instead of greater participation. Germany aims to stop nudging the public on screening. BMJ 2015;350:h2175

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