Arbeit und Brustkrebs bei Frauen: Aktueller Erkenntnisstand, 2002–2017

Cover der Zeitschrift „New Solutions“ vom April 2018 (Vol. 28, N. 1/2018)

Bereits im April 2018 sind in der SAGE-Zeitschrift „New Solutions“ zwei neue Veröffentlichungen zum Themenkomplex „Arbeit und Brustkrebs“ erschienen.

Die Autorinnen sind Wissenschaftlerinnen aus dem Projekt „Breast Cancer Prevention Partners (BCPP)“ – früher „Breast Cancer Fund“, eine Organisation, die sich aus der Perspektive von Betroffenen bereits über einen Zeitraum von Jahrzehnten speziell der Ursachenforschung zu Brustkrebs widmet.

Die im April 2018 in „New Solutions“ erschienenen Veröffentlichungen zu „Arbeit und Brustkrebs“ wurden in diesem Jahr im Rahmen einer Projektarbeit (Finanzierung: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und WohlfahrtspflegeArbeitnehmerkammer Bremen und Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF) e.V.) vollständig ins Deutsche übersetzt. Die Arbeitnehmerkammer Bremen und der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. haben sich dabei die Projektarbeit geteilt, ohne Einfluss auf den Inhalt der Übersetzung zu nehmen.

Im ersten Teil geht es um eine Bestandsaufnahme des aktuellen Stands der Wissenschaft zu Arbeit bzw. Berufstätigkeit und Brustkrebs, zusammengetragen aus ausgewählten Studien zum Thema. Im zweiten Teil werden Empfehlungen für die zukünftige Forschung herausgearbeitet.

Die beiden Artikel stehen damit interessierten Frauen, Wissenschaft und Öffentlichkeit auch in deutscher Sprache zur Verfügung.

Arbeit und Brustkrebs bei Frauen: aktueller Erkenntnisstand, 2002–2017

Work and Female Breast Cancer: The State of the Evidence, 2002–2017 von Connie L. Engel, M. Sharima Rasanayagam, Janet M. Gray, Jeanne Rizzo

Kurzzusammenfassung

Die Autorinnen haben die erschienene wissenschaftliche Literatur zu „Arbeit und Brustkrebs„, die im Zeitraum zwischen 2002 und 2017 zu den Zusammenhängen zwischen beruflicher Tätigkeit und Brustkrebs veröffentlicht wurden, systematisch ausgewertet. Die Studienergebnisse legen nahe, dass es Berufsgruppen gibt, in denen Frauen vermutlich erhöhten Risiken ausgesetzt sind, wie z.B. Flugbegleiterinnen, medizinisches Fachpersonal, Frauen, die in bestimmten Bereichen der Produktion, im Vertrieb oder im Einzelhandel bzw. als wissenschaftlich-technische Mitarbeiterinnen beschäftigt sind.

Darüber hinaus könnten Nachtarbeit, die beruflich bedingte Exposition gegenüber ionisierender Strahlung, bestimmte Chemikalien, beruflich bedingter Stress und sitzende Tätigkeiten das Risiko für Brustkrebs erhöhen. Exposition am Arbeitsplatz gegenüber Zigarettenrauch und nicht-ionisierender Strahlung scheinen das Brustkrebsrisiko dagegen nicht zu beeinflussen.

Körperliche Aktivitäten am Arbeitsplatz hingegen scheinen das Risiko zu senken.

Einige Studien zu Berufsgruppen und Expositionen am Arbeitsplatz weisen darauf hin, dass das Risiko durch Dauer, Zeitpunkt und Dosis einer Exposition sowie von Hormonrezeptor-Subtypen und dem menopausalen Status zum Diagnosezeitpunkt beeinflusst sein könnte.

Im Ergebnis wird deutlich, dass ein erheblicher Bedarf für weitere Forschungen zu beruflicher Tätigkeit und Brustkrebs besteht.

Zur Übersetzung ins Deutsche:
Arbeit und Brustkrebs bei Frauen: aktueller Erkenntnisstand, 2002–2017 (pdf)
Originalveröffentlichung:
Work and Female Breast Cancer: The State of the Evidence, 2002–2017

Arbeit und Brustkrebs: Empfehlungen zur Befriedigung des Forschungsbedarfs

Work and Breast Cancer: Recommendations to Address Research Needs von Connie L. Engel, M. Sharima Rasanayagam, Janet M. Gray, Jeanne Rizzo

Kurzzusammenfassung

Die Autorinnen haben die erschienene wissenschaftliche Literatur zu Brustkrebs, Berufstätigkeit und arbeitsbezogenen Expositionen bei Frauen aus den Jahren 2002 bis 2017 auf methodische Mängel hin untersucht. In diesem Rahmen wurden demografische und lebensgeschichtliche Daten, Risikofaktoren für Brustkrebs, Erwerbsbiografien und Expositionsabschätzungen aus jeder Studie erfasst und analysiert. Für zukünftige Forschungen eröffnet dies die Möglichkeit, berufliche Tätigkeit und Brustkrebs gründlicher und vielschichtiger zu untersuchen. Spezifische Daten zum Alter von Patientinnen bei Diagnose, zum Menopausenstatus, Tumorbiologie, Demografie, Risikofaktoren für Brustkrebs und zur Erwerbsbiografie, Arbeitsaufgaben und Arbeitsumfeld sowie zur Exposition sollten künftig in Forschungen besser einbezogen werden. Die Einbeziehung von den beschäftigten Frauen selbst in Planungen zur Erforschung ihrer jeweiligen Berufsrisiken und -expositionen bietet demnach weitere Möglichkeiten, wissenschaftliche Fragestellungen zu optimieren und sicherzustellen, dass die Forschungsergebnisse im Hinblick auf die Bedarfe und Belange von Arbeitnehmerinnen relevant sind.

Suchbegriffe

Brustkrebs, Berufstätigkeit, Frauengesundheit, Forschungslücken, Expositionen, Umweltgesundheit
Im Original: Breast cancer, occupation, women’s health, research gaps, exposures, environmental health

Auch Übersetzungen der beiden Arbeiten in die spanische und französische Sprache wurden erstellt und sind ebenfalls bereits online bei den jeweiligen Artikeln unter „Supplementary material for Work and Breast Cancer“ verfügbar.

Dank

Wir danken den Autorinnen der wissenschaftlichen Arbeiten und den fördernden Organisationen der Übersetzungen, der Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege und der Arbeitnehmerkammer Bremen. Außerdem danken wir ganz besonders Craig Slatin, Sc.D., MPH, Professor Emeritus, Department of Public Health, University of Massachusetts Lowell und Herausgeber der Zeitschrift „New Solutions“, der die Übersetzung und damit die Zugänglichkeit von für Frauen wichtigen Forschungsarbeiten in weiteren Sprachversionen maßgeblich unterstützt hat.

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