Wertschätzung von schwangeren und stillenden Frauen: Erklärung des AKF zum Muttertag 2013

Eine größere Wertschätzung von schwangeren und stillenden Frauen in der Arbeitswelt ist überfällig.

Der AKF setzt sich für eine Novellierung des Mutterschutzgesetzes ein.

Der Runde Tisch des AKF „Lebensphase Eltern werden“ bedauert, dass schwangere und stillende Frauen in der Arbeitswelt oftmals keine Wertschätzung und Unterstützung erfahren. Immer noch erleben schwangere und stillende Frauen persönliche Diskriminierung durch Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen. Sie werden häufig als Krankheitsfall angesehen und als Störfaktor behandelt. Und sie werden auch strukturell benachteiligt: Schwangerschaft und Familiengründung führen oftmals zu Benachteiligungen für Frauen – am Arbeitsplatz, im Studium, in Aus- und Weiterbildung und im weiteren Berufsleben.

Es wird Zeit, dass Schwangere und junge Mütter in der Arbeitswelt mehr Wertschätzung erfahren und selbstverständlich zur Normalität eines jeden Betriebes gehören.

  • Wir fordern ArbeitgeberInnen und die Interessenvertretungen der Beschäftigten auf, ein Betriebsklima zu fördern, in dem schwangere und stillende Frauen akzeptiert sind und sich wohlfühlen können.
  • Wir fordern die Bundesregierung auf, strukturelle Benachteiligungen für junge Mütter, wie z.B. verminderte Aufstiegschancen, verzögerte Ausbildungszeiten, arbeitsrechtliche Nachteile, auszuschließen.

Dazu müssen veraltete Schutzbestimmungen aus dem Mutterschutzgesetz von 1952 aktualisiert und den heutigen Erfordernissen angepasst werden. Auch selbständig tätige Frauen, Studentinnen, Praktikantinnen, befristet und in Leiharbeit beschäftigte Frauen müssen beim Mutterschutz berücksichtigt werden. Das in den 1950ern vorherrschende Frauenbild der treusorgenden Hausfrau und Mutter und einige Schutzvorschriften gehen an der heutigen Realität vorbei.

Die Aktualisierung des Mutterschutzgesetzes muss dazu führen, schwangere und stillende Frauen vor gesundheitlichen Gefährdungen bei der Arbeit zu schützen und zugleich die Teilhabe an Erwerbsarbeit zu erhalten: Priorität hat, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass für stillende Frauen und für schwangere Frauen bis zum Schwangerschaftsurlaub die Fortsetzung der Tätigkeit gefahrlos möglich ist.

Der AKF beteiligt sich deswegen an der europaweiten Kampagne der European Womens Lobby „Take action today! Call for stories: workplace discrimination of new parents“, in deren Rahmen Berichte von Frauen über Diskriminierungen am Arbeitsplatz während der Schwangerschaft und der Zeit danach zusammengestellt werden sollen, um damit konkrete Beispiele für Diskriminierungen am Arbeitsplatz dokumentieren zu können.

Wenn Sie oder eine Kollegin Ausgrenzungen während der Zeit der Schwangerschaft und danach erlebt haben/erleben, schreiben Sie sie auf, und schicken Sie ihre Berichte an:

buero@akf-info.de
oder
AKF-Geschäftsstelle
Sigmaringer Str. 1
10713 Berlin

An der Arbeit des Runden Tisches „Lebensphase Eltern Werden“ beteiligen sich: Karin Bergdoll, Ute Höfer, Maria Beckermann für den AKF-Vorstand, Katharina Luedemann als klinisch-operative Gynäkologin, Edith Bauer, Barbara Ehret, Gabi Göttsching-Krusche, Viola Hellmann für die AKF-Gynäkologinnen-Gruppe, als Hebammen Christine Loytved und Sabine Striebich für die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaften, Hanna Ojus für den Bund freiberuflicher Hebammen, Susanne Steppat und Katharina Jeschke für den Deutschen Hebammenverband und K. Jeschke für die Unterarbeitsgruppe Mutterschutz, Anke Wiemer für quag (Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V.), Ulrike Hauffe und Colette Mergeay als Psychologinnen, Petra Kolip als Wissenschaftlerin in Public Health, Barbara Reuhl als Expertin für Arbeitsschutz und für die Unterarbeitsgruppe Mutterschutz, Juliane Beck als Juristin und Stillexpertin, Sonja Siegert von der BZgA, Karin von Möller von der Universität Osnabrück, Petra Otto als Diplompädagogin und Redakteurin.

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Erklärung zum Muttertag 2013 (pdf)

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