Newsletter 4/2026

Newsletter 4/2026

Aus dem Arbeitskreis Frauengesundheit e.V.

Kommende Veranstaltungen

AKF-Mitgliederversammlung und Vorstandswahl, Freitag, 6.11.2026, Bielefeld.

Versammlungsort: Légère Hotel Bielefeld
Beginn: 18 Uhr
Anmeldung per E-Mail über die Geschäftsstelle: buero@akf-info.de
Weitere Informationen im Mitgliederbereich.

Wir bitten um Verständnis, dass die Mitgliederversammlung ausschließlich in Präsenz stattfinden kann.

 

AKF-Fachtagung
Frauengesundheit zwischen Pathologisierung und Medical Gaslighting
Wissen. Macht. Kommunikation

Samstag, Sonntag, 7. – 8.11.2026, Bielefeld.

Warum werden Frauen mit ihren Beschwerden im Gesundheitssystem systematisch nicht ernst genommen? Und was braucht es, damit sich das ändert? Mit diesen Fragen lädt der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) zur Fachtagung nach Bielefeld ein.

Medical Gaslighting, also die systematische Entwertung des Erlebens und Erfahrungswissens von Patient*innen, ist kein Randphänomen. Es ist Ausdruck tief verankerter Machtstrukturen in Versorgung, Forschung und Gesundheitspolitik. Der Fachtag bringt Wissenschaftlerinnen, Versorgungspraktikerinnen und zivilgesellschaftlich Engagierte zusammen, um dieses Phänomen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten: von epistemischer Ungerechtigkeit (einer Form sozialen Unrechts, bei der Menschen in ihrer Fähigkeit, Wissen zu äußern, weiterzugeben oder zu verstehen, systematisch benachteiligt werden) und Gender Data Gap über körperliche Selbstbestimmung und partizipative Forschung bis hin zu den Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz in der Frauengesundheit. Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu bündeln, den interprofessionellen Austausch zu stärken und konkrete Impulse für eine geschlechtergerechtere Gesundheitsversorgung in Deutschland zu setzen. Die Ergebnisse werden digital dokumentiert und der Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht. Programm.

Tagungsort: Légère Hotel Bielefeld
Beginn: Samstag, 9 Uhr, Ende: Sonntag, 14 Uhr mit einem Imbiss
Zur Anmeldung geht es hier entlang.
Übernachtungen im LÉGÈRE EXPRESS, direkt neben dem Tagungsort. Zimmer zu Sonderkonditionen können unter dem Stichwort AKF bis 25.9.2026 per Mail abgerufen werden: reservations.bielefeld@legere-hotelgroup.com

Aktivitäten

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V.: S3-Leitlinie Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimenon. Die S3-Leitlinie zum Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimenon bietet medizinische Grundlagen und wissenschaftliche Evidenz zum Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimenon. Dabei werden u. a. Ausführungen zur Methodenwahl, zu Indikationen und zur Beratung von Betroffenen dargelegt. Unter Mitarbeit von Julia Lauberger als Patientinnenvertreterin des Arbeitskreises Frauengesundheit in Gynäkologie und Geburtshilfe (8,2026).  Herzlichen Dank, liebe Julia!

 

Gesundheitsinformation und Patientinnenberatung

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gesundheitsinformation.de: Kaiserschnitt: Gut zu wissen. Wann kommt ein Kaiserschnitt infrage? Vaginale Geburt oder erneuter Kaiserschnitt? Diese Entscheidungshilfe unterstützt Frauen dabei, gemeinsam mit der Ärztin, dem Arzt oder der Hebamme, herauszufinden, was nach einem Kaiserschnitt für sie der passende Weg ist. Zur Entscheidungshilfe (22.7.2026).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gesundheitsinformation.de: Beckenendlage – welche Möglichkeiten gibt es? (29.7.2026).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gesundheitsinformation.de: Schlaganfall. Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns nicht mehr richtig durchblutet – meist, weil ein Blutgerinnsel ein Gefäß verstopft. Er muss sofort behandelt werden. Was sind Anzeichen? (5.8.2026).

Deutsches Ärzteblatt: Scham, Peinlichkeit, Misstrauen. Patienten verschweigen Problem. Fast jeder Fünfte verschweigt etwas bei der Ärzt*in. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Barmer. Demnach haben 18 Prozent der Befragten im Alter ab 18 Jahren beim Arztbesuch schon einmal aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen bestimmte Themen nicht angesprochen. Unter männlichen Patienten waren es 13 Prozent und unter Patientinnen 23 Prozent.

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Lintz, Doris: Nocebo-Effekte in der Krebstherapie begrenzen. Krebsinformationsdienst.med. Newsletter für medizinische Fachkreise. Der Nocebo-Effekt beschreibt das Phänomen, dass schon die Erwartung von Nebenwirkungen bei Patienten und Patientinnen unerwünschte Ereignisse auslösen oder verstärken kann. Tumortherapien sind bei Betroffenen besonders häufig mit vielen Befürchtungen verbunden. Deshalb ist die Art der Aufklärung über Therapierisiken bedeutsam – sie kann die Erwartungshaltung beeinflussen. Mit Tipps für das Patient*innengespräch (17.6.2026 ).

 

Reproduktive Gesundheit

Elly Heuss-Knapp Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk (MGW): Mütter auf die Eins! – Jetzt Care Manifest unterzeichnen! Deutschlands größte Wirtschaftsleistung bleibt unsichtbar. Damit das nicht so bleibt, fordert das MGW mit einem Manifest die Politik auf, Sorgearbeit als das anzuerkennen, was sie ist: systemrelevant, gesundheitlich riskant und gesellschaftlich unverzichtbar. Sieben konkrete Forderungen – jede belegt mit Zahlen, jede umsetzbar, jede längst überfällig. Das Manifest kann unterschrieben werden als starkes Signal für Sorgearbeit Leistende. Im Herbst 2026 wird das Care-Manifest an die Politik übergeben (o.D.).

Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung: Demonstration zum Aktionstag für sexuelle Selbstbestimmung, Samstag, 19.9.2026, 12.00-14.00 Uhr, Ella-Trebe-Straße/Rahel-Hirsch-Straße, 10557 Berlin. Für das Recht auf Selbstbestimmung über unseren Körper und unser Leben , Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen als Teil der Gesundheitsversorgung und die Sicherstellung des kostenlosen und wohnortnahen Zugangs für alle. Der Aktionstag richtet sich gegen den sogenannten Marsch für das Leben, der am selben Tag in Berlin und Köln stattfindet.

Safe Abortion Day 2026 unter dem Motto: „Es reicht – sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche JETZT!“. Bundesweit werden am Montag, 28.9.2026, Aktionen stattfinden, die auf vielfältige Weise reproduktive Grundrechte einfordern, nämlich, dass Menschen, die einen Schwangerschaftsabbruch benötigen, durch die Abschaffung von §218 StGB und §219 StGB entkriminalisiert und entstigmatisiert werden, dass Schwangere ortsnah die medizinische Versorgung bekommen, die sie brauchen, dass ein Schwangerschaftsabbruch Teil der gynäkologischen Ausbildung wird! Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung mit dem Aufruf zum Aktionstag sowie Aktionsideen und Tipps für die Aktionsplanung. Wer eine Aktion plant, bitte im Online-Formular eintragen.

Schwangerschaftsabbruch im zweiten und dritten Trimenon: Entscheidungsprozesse, Versorgung und Bewältigung aus Sicht der Männer und Väter. Vorstellung der ParPe-Studie. Montag, 28.9.2026, 13.30-15.00 Uhr, Online, Fachgespräch. Im Rahmen der Studie, die 2025 von der Hochschule Merseburg im Auftrag von pro familia Bundesverband durchgeführt wurde, wurden zehn Männer in leitfadengestützten Interviews befragt, deren Partnerinnen einen Schwangerschaftsabbruch im zweiten oder dritten Trimenon beendet hatten. Die Interviews eröffnen Einblicke in eine Lebensphase, die Befragte als die schwierigste Zeit ihres Lebens beschreiben: von der pränataldiagnostischen Diagnose über die Entscheidungsfindung bis hin zum Schwangerschaftsabbruch, Geburt, Abschied und Trauer. Im Fachgespräch werden die zentralen Ergebnisse der Studie vorgestellt und diskutiert. Programm mit dem Link zur Anmeldung. Die Teilnahme ist kostenlos, die Zahl der Plätze begrenzt.

pro familia Bundesverband: Fresh up Verhütung – für sexualpädagogische Fachkräfte. Mittwoch, 11.11.2026, 14-16 Uhr, Online, Fortbildung.

Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e.V. (LVG & AFS): Mehr sehen, besser begleiten – Armutssensibilität rund um die Geburt, Mittwoch, 16.9.2026, 15.30-17.00 Uhr, Online, Fortbildung. Finanzielle Not, beengte Wohnverhältnisse, unsichere Beschäftigung: Soziale Belastungen prägen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett erheblich. Doch wie gelingt eine Versorgung, die dieser Realität gerecht wird? Die Fortbildung lädt Fachkräfte ein, ihre Haltung und Praxis zu reflektieren: Wie erkennen wir Belastungen, ohne zu stigmatisieren? Und was brauchen wir, um wirklich alle gut zu begleiten?

Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung: Wunsch und Wirklichkeit: Familienplanung weltweit unter Druck. Die Studie des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) Lives, Choices and Futures – What young people want and what shapes their decisions about relationships and parenthood zeigt: Junge Menschen können ihren Kinderwunsch nicht realisieren (7.7.2026).

Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V. (LVG & AFS) und Gesetzliche Krankenkassen (GKV) Bremen: Gut geschützt durch heiße Zeiten: Neues Projekt für Familien rund um Schwangerschaft und frühe Kindheit. Wie können Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder besser vor Hitze und UV-Strahlung geschützt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt Klimagesund rund um die Geburt & frühe Kindheit seit Februar 2026 im Land Bremen in Kooperation mit dem Land Niedersachsen. Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz von Schwangeren sowie (werdenden) Eltern von Säuglingen und Kleinkindern im Umgang mit zunehmender Hitze zu stärken (16.3.2026).

Deutsches Ärzteblatt: In-vitro-Fertilisation. Die meisten Zusatzbehandlungen haben keinen belegten Nutzen. Viele der ergänzend zur In-vitro-Fertilisation (IVF) angebotenen Zusatzbehandlungen verbessern die Chance auf ein Kind wahrscheinlich nicht. Darauf deutet eine Metaanalyse von 85 randomisiert-kontrollierten Studien hin, die in The Lancet Obstetrics, Gynaecology, & Women’s Health veröffentlicht wurde.

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Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Hilfen für Schwangere in Not. Schwangere Frauen in finanziellen Notlagen besser unterstützen. Pressemitteilung. Das Bundeskabinett beschloss, die gesetzliche Bundeseinlage für die Bundesstiftung Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens zu erhöhen. Die ergänzenden Leistungen können beispielsweise für Schwangerschaftsbekleidung, die Erstausstattung des Kindes oder die Wohnung und Einrichtung gewährt werden. Die Antragstellung erfolgt über die Schwangerschaftsberatungsstellen vor Ort. Mit dem Gesetzentwurf wird die gesetzlich festgelegte Bundeseinlage erstmals seit 1993 erhöht – auf 101 Millionen Euro ab 2027 und 105 Millionen Euro ab 2032. Jährlich erhalten mehr als 100.000 schwangere Frauen Unterstützung durch die Bundesstiftung (22.07.2026).

Tomlik, Carmen: Publikation zu Pränataldiagnostik. Wie frei ist die Entscheidung wirklich? Ein Interview. idw – Informationsdienst Wissenschaft. Ein Bluttest in der Schwangerschaft gilt heute für viele als selbstverständlich. Er verspricht frühzeitig Informationen über mögliche Chromosomenvariationen des Ungeborenen – und wird inzwischen von rund jeder zweiten Schwangeren in Deutschland genutzt. Welche gesellschaftlichen Erwartungen, politischen Rahmenbedingungen und Vorstellungen von Behinderung beeinflussen die Entscheidung? Koopmann, Lisa: Selektive Pränataldiagnostik – zwischen reproduktiver Selbstbestimmung, Reproduktiver Gerechtigkeit und Inklusion, Zeitschrift GENDER (29.7.2026).

Wapler, Friederike; Wörner, Liane: Kinderwunsch, Selbstbestimmung, Ausbeutungsgefahr. Was das Grundgesetz zur Leihmutterschaft sagt. Ist Leihmutterschaft grundrechtlich geschützt oder mit der Menschenwürde unvereinbar? LTO Legal Tribune Online (23.7.2026). Siehe hierzu auch die Stellungnahme des AKF zum Bericht der Kommission Eizellspende/altruistische Leihmutterschaft, AG 2 (2024).

Nolte, Amina: Leihmutterschaft – der Markt der unendlichen Möglichkeiten? Radiobeitrag, 6,34 Min. Gunda-Werner-Institut, Heinrich-Böll-Stiftung. Leihmutterschaft ist ein umkämpfter globaler Markt in Ländern mit unterschiedlichen gesetzlichen Grundlagen. Ändern sich diese in einem Land, zieht er weiter in ein anderes. Siehe auch Bericht Mapping Global Surrogacy von Amrita Pande gemeinsam mit Kolleg*innen der Heinrich-Böll-Stiftung. Der Bericht macht sichtbar, wie groß der Markt der Schwangerschaft gegen Bezahlung wirklich ist, und wie rasant er wächst. Global vermittelnde Agenturen und Klinikketten dominieren das Geschäft. Leihmütter finden sich überall. Das macht den Markt so bemerkenswert anpassungsfähig (22.7.2026).

Max-Planck-Gesellschaft: Leihmutterschaft: Müssen wir Familie neu denken? Die Debatte zeigt viele offene Fragen im Familienrecht. Ein Interview mit Familienrechtlerin Anne Röthel (27.7.2026).

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V.: S3-Leitlinie Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimenon. (8.2026). Siehe auch Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Pressemitteilung (20.8.2026).

Zusätzlich zur Leitlinie sind auch die Evidenzberichte des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hier zusammengestellt, die evidenzbasiert medizinische Aspekte des Schwangerschaftsabbruchs recherchieren.
Evidenzbericht des IQWiG – Nr. 1515: Sonografischer Nachweis einer intrauterinen Schwangerschaft weiterlesen
Evidenzbericht des IQWiG – Nr. 1514: Vergleich operativer und medikamentöser Verfahren weiterlesen
Evidenzbericht des IQWiG – Nr. 1467: Operativer Schwangerschaftsabbruch weiterlesen
Evidenzbericht des IQWiG – Nr. 1453: Antibiotikaprophylaxe weiterlesen
Evidenzbericht des IQWiG – Nr. 1500: Telemedizinische Nachbetreuung weiterlesen
Evidenzbericht des IQWiG – Nr. 1448: Anti-D-Prophylaxe weiterlesen
Evidenzbericht des IQWiG – Nr. 1473: Routinemäßige Nachuntersuchung weiterlesen
Evidenzbericht des IQWiG – Nr. 1556: Psychische Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs weiterlesen

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG) für eine Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs – an die Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin Die DGPFG gab eine, bisher wenig zur Kenntnis genommene, Stellungnahme zum Schwangerschaftsabbruch ab (o.D.).

pro familia Newsletter: Kostenerstattung beim Schwangerschaftsabbruch muss auch für Schwangere unbürokratischer werden! Geht es nach dem Willen der Gesundheitsminister*innen und -senator*innen soll die Abwicklung der Kostenerstattung bei Schwangerschaftsabbrüchen nach Beratungsregelung zukünftig zwischen Krankenkassen und dem Bund weniger bürokratisch sein. Dafür soll ein zentralisiertes digitales Verfahren etabliert werden, beschloss die 99. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) im Juni 2026 (20.8.2026).

Deutsches Ärzteblatt: Hohe HPV-Impfquote ist mit deutlichem Rückgang der Sterblichkeit assoziiert. Eine hohe HPV-Impfquote ist mit einem deutlichen Rückgang der Sterblichkeit am Zervixkarzinom assoziiert. In England traten bei jungen Frauen zuletzt teils gar keine Todesfälle mehr auf, berichten Forschende im Lancet (2026; DOI: 10.1016/S0140-6736(26)00918-9). In einem begleitenden Kommentar wird betont, dass trotz der beeindruckenden Ergebnisse Zervixkarzinom-Früherkennung weiterhin notwendig bleibe (25.6.2026).

Familienplanungszentrum Berlin e.V. – Balance: Kinder stärken – Sexuelle Bildung und Präventionsarbeit in Kitas. Gefördert durch den Paritätischen Landesverband Berlin. Abschlussbericht 2025. Dieser Bericht richtet sich an interessierte Personen aus den Fachbereichen frühkindliche Bildung, Sexualpädagogik und Prävention sexualisierter Gewalt sowie insbesondere an Fachberater*innen der Kinder- und Jugendhilfe. Er veranschaulicht, wie Kita-Teams sexuelle Bildung in ihren Einrichtungen weiterentwickeln können (3.2026).

Bundeszentrale für politische Bildung: Aus Politik und Zeitgeschichte zum Thema Ehe, Podcast, 35 Min. Die Ehe prägt die intimsten Lebensbereiche – und ist gleichzeitig eine sehr politische Angelegenheit. Ehevorstellungen beeinflussen den Umgang mit Sexualität und Kindern. In Deutschland regelte das Eherecht lange auch den Zugang zum Arbeitsmarkt und legte gesellschaftliche Rollen fest. Wie eine gute Ehe aussieht, verändert sich mit der Gesellschaft. Darüber spricht Moderatorin Sarah Zerback mit der Ethnologin Julia Pauli, der Juristin Anne Bittner und der Historikerin Hedwig Richter (3.6.2026).

 

Früher Hinweis

Backman, Isabella: After menopause, ovaries may transform into organs with immune powers. Mouse and human data suggest ovaries develop a new function after reproductive duties end. Science, American Association for the Advancement of Science (AAAS), online journal.  Like many reproductive biologists, Francesca Duncan used to believe that after menopause, a woman’s ovaries became as useless as an appendix. But new findings from her lab, drawn from both mouse and human studies, suggest that when a mammal’s reproductive period ends, the ovary takes on a new job. Duncan’s team at the Northwestern University Feinberg School of Medicine reports this month in Molecular Human Reproduction nicht kursiv that the ovaries of old mice become infiltrated with immune cells and may secrete immune signals into the body (24.6.2026).

 

Gesundheit und Gesellschaft

Deutsche Krebshilfe: Sind Tattoos krebserregend? Tätowierungen können einen Körperschmuck darstellen, Lebensgeschichten erzählen, Operations-Narben verdecken oder Brustwarzen nach einer Brustamputation nachstellen. Aber sind Tattoos gesundheitlich unbedenklich oder sind damit Risiken und Langzeitfolgen verbunden? Wissenschaftlich belegt ist bis dato wenig. Mythen gibt es dafür umso mehr. Interview mit Milena Förster, Epidemiologin, Internationale Krebsforschungsagentur (IARC), Lyon. Förster leitet die beiden großen Kohortenstudien: CRABAT in Frankreich und Tattoo inK in Deutschland (23.7.2026).

Hecken, Julia M; Shoham, Ilana et al.: Carbon Dioxide Nonablative Laser Compared with Topical Clobetasol for Lichen Sclerosus: A Randomized Controlled Trial. Obstetrica and Gynecology. (28.5.2026).

Klein, Friederike: Chemotherapie nicht immer erforderlich? Genexpressionstest verändert die Therapie beim frühen Brustkrebs. Thieme Gyn Community. Die Ergebnisse der OPTIMA-Studie untermauern den Stellenwert einer individualisierten Therapie beim frühen ER+/HER2-negativen Mammakarzinom: Bei Patient*innen ab 40 Jahren mit bis zu neun befallenen Lymphknoten lässt sich mithilfe des POM50-Tests (ROR ≤60) in zahlreichen Fällen auf eine Chemotherapie verzichten – ohne dass sich dadurch, wie auf dem ASCO-Kongress 2026 berichtet wurde, das krankheitsfreie Überleben verschlechtert. 2026 ASCO Annual Meeting, Chicago, 28.5.2026 – 2.6.2026. Stein RC et al. J Clin Oncol 2026; 44 (suppl 16): Abstract 500. DOP10.1200/JCO.2026.44.16_suppl.500 (26.6.2026).

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.: Neue Handlungsempfehlungen zur Diagnostik und Therapie des Descensus genitalis der Frau erarbeitet. Mit dem Update der S3-Leitlinie zum weiblichen Descensus genitalis werden diagnostische und therapeutische Maßnahmen eingeordnet, die zur adäquaten Versorgung von Patientinnen beitragen. Beleuchtet werden unter anderem konservative und operative Verfahren (29.6.2026).

Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages: Aktueller Begriff. Übergewicht und Adipositas (20.8.2026).

Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA): Gesundheitslots*innen für Migrant*innen und Flüchtlingen – ein Modell auf dem Prüfstand. Das AIHTA untersuchte, welche organisatorischen Voraussetzungen für solche Programme erforderlich sind und welche Wirkungen auf die Zielgruppen berichtet werden. Wild, Claudia; Schönegger, Romy: Gesundheitslots*innen für Migrant*innen/Flüchtlinge, Mixed-Method Review. HTA-Projektbericht 180 (2.7.2026).

Deutsches Ärzteblatt: Freundschaften stärken psychische und körperliche Gesundheit. Wer gute Freundschaften pflegt und enge soziale Bindungen hat, dem geht es einer aktuellen Studie an 204.907 Erwachsenen in 22 Ländern zufolge sowohl körperlich als auch psychisch besser. Weiter lesen Unterschiede zeigten sich zwischen den Altersgruppen. Während die Werte für die psychische Gesundheit bei Menschen zwischen Mitte 30 und Ende 40 niedriger waren als bei den 18- bis 34-Jährigen, waren sie bei den über 65-Jährigen wieder höher. Verheiratete Menschen, Personen mit ausreichenden finanziellen Mitteln und Menschen, die sich einer Religion zugehörig fühlten, berichteten im Schnitt ebenfalls von einer besseren psychischen und körperlichen Gesundheit. Durmus, Veli: Do social and family relationships affect self-rated mental and physical health? Evidence from nationally representative samples across 22 countries, Journal of Mental Health (14.8.2026).

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB): Neue Daten zur Aktionswoche gegen Einsamkeit: Jeder fünfte junge Erwachsene fühlt sich stark einsam. Pressemitteilung Junge Erwachsene in Deutschland sind weiterhin besonders häufig von Einsamkeit betroffen. Das zeigen aktuelle Auswertungen des familiendemografischen Panels FReDA aus dem Winter 2024/2025. Frauen gaben in allen Erhebungswellen seit 2022 etwas häufiger an, sich einsam zu fühlen als Männer. Zum jüngsten Zeitpunkt im Winter 2024/2025 berichteten 36 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer von Einsamkeit (22.6.2026).

Krause, Laura; Kruschinsky, Dario et al.: Prävalenzen und Trends von subjektiv wahrgenommenen Hörbeeinträchtigungen bei Erwachsenen in Deutschland – Ergebnisse der GEDA-Studie. Robert Koch Institut, Journal of Health Monitoring 2026,11,15. Schlussfolgerungen: Hörbeeinträchtigungen sind weit verbreitet. Nationale Studien verweisen auf eine Unterversorgung mit Hörgeräten. Diese können Wohlbefinden und Lebensqualität verbessern und das Risiko für Demenz und Depressionen verringern (19.8.2026).

Beuting, Stephan: 9.8.1976: Todestag der jüdischen Ärztin Marta Fraenkel. WDR Zeitzeichen. 14:57 Min. Die Ärztin und Museumspädagogin Marta Fraenkel engagierte sich für Frauen und Gesundheitsaufklärung – bis die Nazis das Thema für sich missbrauchten (9.8.2026).

Lola für Demokratie e. V.: Zivilgesellschaftliches Lagebild Antifeminismus 2025. Dokumentation und Analysen der Meldestelle Antifeminismus. Die Meldestelle Antifeminismus dokumentierte im Jahr 2025 insgesamt 640 antifeministische Vorfälle. Das Lagebild zeigt: Politisch motivierte Angriffe auf Frauen, Gleichstellungsarbeit, Gewaltschutzeinrichtungen, queere Sichtbarkeit und die zivilgesellschaftlichen Strukturen, die Demokratie und Teilhabe stärken, haben ein erschreckendes Ausmaß erreicht. Auch antifeministisch motivierte, geschlechtsspezifische Gewalt im digitalen Raum nimmt zu (7.2026).

 

Internationale Frauengesundheit

Deutsches Ärzteblatt: Stillen nimmt weltweit zu. Das ausschließliche Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten stieg von rund 37 Prozent im Jahr 2012 auf heute mehr als 47 Prozent (Weltgesundheitsorganisation, WHO). Stillen ist der WHO zufolge eine der einfachsten und wirksamsten Möglichkeiten, die Gesundheit eines Kindes zu schützen. Auch Mütter profitierten, denn bei ihnen sinke das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs sowie Typ-2-Diabetes. Nach Ergebnissen der bundesweiten Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland wurden nach der Geburt 68 Prozent der Säuglinge ausschließlich gestillt, 40 Prozent bekamen bis zum Ende des vierten Lebensmonats ausschließlich Muttermilch (3.8.2026).

WIDE – Entwicklungspolitisches Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven: Teilhabe von Frauen* an der internationalen Klimapolitik. Instrumente zur Geschlechtergleichstellung im UNFCCC-Prozess (UN-Klimarahmenabkommen, das den wichtigsten Bezugspunkt für die internationalen Bemühungen um Eindämmung der Erderwärmung und den Umgang mit der Klimakrise darstellt) Seit 2014 gibt es dabei einen Gender-Aktionsplan, mit dem die volle, gleichberechtigte und effektive Beteiligung von Frauen an Klimapolitik gefördert werden soll; er wurde bei der letzten Klimakonferenz 2025 aktualisiert (17.6.2026).

Advancing New Standards in Reproductive Health (ANSIRH), University of California San Francisco (UCSF): Hundreds of Scientists Urge Fifth Circuit Court of Appeals to Uphold Evidence-based Access to Medication Abortion. In den USA ist der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch sehr angefochten, in vielen Bundesstaaten verboten. Um die Möglichkeit, die Tabletten weiterhin auch telemedizinisch abzugeben, haben über 300 Wissenschaftler*innen, die Expert*innen zu reproduktiver Gesundheit sind,  eine rechtliche Stellungnahme (Amicus Brief) eingereicht. Diese Stellungnahme fasst die medizinische Evidenz zusammen und weist nach, dass eine medikamentöse Abtreibung mit Mifepriston und Misoprostol sicher und effektiv ist, auch wenn die Abgabe telemedizinisch oder in  Apotheken erfolgt (27.7.2026).

Our Bodies Ourselves and the Center for Women’s Health and Human Rights at Suffolk University:  International Conference on Women and Health, Boston, Massachusetts, over International Women’s Day weekend, March 6, 7, and 8, 2027. The conference theme, EQUITY AND ACCESS, honors the spirit of the historic Conference on Women and Health in 1975, which also met in Boston. Our Bodies Ourselves and several partners organized that conference to address numerous issues in women’s health from a feminist perspective. A global women’s health movement coalesced soon afterwards.

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Gegen Gewalt an Frauen

Deutscher Ärztinnenbund (DÄB): Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt und Diskriminierung im Gesundheitswesen: Verantwortung übernehmen, Strukturen verändern. Pressemitteilung. Der DÄB fordert eine konsequente strukturelle Auseinandersetzung mit Machtgefällen, Führungskultur und institutioneller Verantwortung in der Medizin – denn gezielte Maßnahmen sind überfällig. Der DÄB benennt daher konkrete Ansätze für strukturelle Verbesserungen. Besonders in Studium, Weiterbildung und klinischem Alltag bestehen vielfach starke Abhängigkeitsverhältnisse. Betroffene erleben häufig Unsicherheit, Angst vor beruflichen Nachteilen oder Zweifel daran, ob Beschwerdemeldungen überhaupt ernst genommen werden (28.5.2026).

HTA Austria – Austrian Institute for Health Technology Assessment: USA. Evidenzbasierte Empfehlung zum Screening auf Gewalt in Partnerschaften. Newsletter. Gewalt in Partnerschaften (Intimate Partner Violence, IPV) stellt international ein erhebliches Public Health Problem dar. Die U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) erstellte eine aktualisierte, evidenzbasierte Empfehlung zum Screening auf Gewalt in Partnerschaften sowie Misshandlung durch Betreuungspersonen bei älteren oder vulnerablen Erwachsenen (6.2026).

Schmid, Franziska: „Nicht die betroffene Frau aus ihrem Leben herausreißen, sondern den Täter“: Wie Spanien Femizide verhindert. Interview mit Korporal Eva Martín, Polizeibeamtin der katalanischen Polizei Mossos d’Esquadra. Heinrich Böll Stiftung. Gunda Werner Institut. Martín stellte auf Einladung der Vertretung der Regierung von Katalonien in Berlin das spanische Modell zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt vor und gab Einblicke in die polizeiliche Praxis.  Sie sprach über die Grundprinzipien des spanischen Schutzsystems und darüber, welche Ansätze auch für Deutschland Vorbild sein könnten (15.7.2026).

TERRE DES FEMMES: Die unsichtbaren Täter. Oder: warum Sexkäufer zur Verantwortung gezogen werden müssen (9.4.2026).

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