Wechseljahre – Hype oder Versorgungslücke?
10.3.2026
AKF und BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung: Wechseljahre – Hype oder Versorgungslücke?
Session mit vier Vorträgen auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (DGGÖ) an der Universität Wuppertal,
Maria Beckermann, Frauenärztin, Köln, und AKF-Vorsitzende von 2008-2014, startete mit ihrer Analyse zu den gesellschaftspolitischen Hintergründen. Beckermann erläuterte die Ursprünge des Hypes vor 20 Jahren um die Wechseljahre und des aktuellen Hypes. Sie stellte die Ergebnisse des englischen Menopause in the Workplace Literature Review (2025) vor. Beckermann machte deutlich, dass die hohe Anzahl der Betroffenen und der von der Hochschule für Wirtschaft und Recht postulierte hohe finanzielle Schaden auf unsauberer Methodik und einer nicht repräsentativen Stichprobe der Befragten beruht. Der englische Review liefert ebenso wie die in einem weiteren Vortrag von Anna Nymbach (HKK Krankenkasse) vorgestellte repräsentative Befragung der HKK deutlich andere Ergebnisse. Zwei Vorträge analysierten BARMER Abrechnungsdaten: Dr. Dagmar Hertle zeigte in Analogie zu Studien von Prof.in Kerstin Weidner von der Universität Dresden, dass die Symptome der Menopausen-Rating-Scale II über die gesamte Lebenspanne bei Frauen und auch bei Männern auftreten. Nur Hitzewallungen und Scheidentrockenheit sind spezifische Wechseljahrsbeschwerden. Ulrike Illmann setzte die Beschwerden in Bezug zur Arbeitsunfähigkeit und zur Verordnung von Hormonen. Sie stellte fest, dass Frauen insgesamt nur in geringem Umfang wegen Wechseljahrsbeschwerden krank geschrieben werden. Es findet sich dabei kein Unterschied zwischen Frauen mit und ohne Hitzewallungen. Hormontherapien erfolgen ganz überwiegend symptomorientiert. Die Vorträge können bei den Vortragenden angefordert werden über Dagmar Hertle.

von links nach rechts: Dr. Dagmar Hertle, Dr. Ulrike Illmann, Anna Nymbach
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